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4 juni 2013

Johannes Lindblom und die religiöse Literatur des 20. Jahrhunderts

Johannes Lindblom wurde am 7. Juni 1882 als Sohn des Prosten Christian Fredrik Lindblom und dessen Frau Anna Emilia Sehmann in Oppeby im Östergötland geboren und starb am 26. September 1974 in Lund. Lindblom war ab 1911 mit Märta Carolina Norberg verheiratet.

Bereits sehr früh bereitete sich Johannes Lindblom, der in einem religiösen Elternhaus aufgewachsen war, das der undogmatischen Erweckungsbewegung angehörte, auf eine Laufbahn als Priester vor. Welchen Einfluss die Eltern dabei spielten, ist nicht bekannt, aber es ist sicher, dass sich Lindblom bereits im Gymnasium auf alte Sprachen spezialisiert hatte und eine intensive Bibelforschung betrieb.

Johannes Lindblom, Från Askeby till Uppsala : minnen ur mitt liv, Atlantis Bokförlag, 2011

Nach seiner Hochschulreife in Linköping studierte Johannes Lindblom Theologie, sowie semitische Sprachen und Griechisch an der Universität in Uppsala, was darauf schließen lässt, dass sich Lindblom schon um diese Zeit dazu entschieden hatte theologische Forschung zu betreiben und bei seiner Berufswahl weniger an das Priesteramt als solches dachte. Gegen Ende seines Studiums hatte sich der Theologe darauf spezialisiert kritische wissenschaftliche Forschung mit dem christlichen Glauben in Einklang zu bringen.

Die ersten Arbeiten von Johannes Lindblom waren zwar gewisses Neuland zur Zeit der Veröffentlichung, aber von der heutigen Warte aus relativ bedeutungslos und zeugen nur von einer sehr oberflächlichen Forschung. Immerhin wurden seine Leistungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts als so bedeutend eingestuft, dass Lindblom schon mit 29 Jahren Professor wurde und seine Meinung als richtungsweisend gesehen wurde. Dies drückte sich aauch dadurch aus, dass der Theologe 1913, gemeinsam mit Bernhard Risberg, damit beauftragt wurde die Apokryphen zu übersetzen.

Das nächste Ziel von Johannes Lindblom war im Grunde die theologische Professur in Uppsala, die er jedoch aus nicht näher genannten Gründen nicht erhielt, obwohl ihn der Rektor der Universität und der Universitätskanzler bei seinem Vorhaben unterstützten. Die Ursache mag sein, dass Lindblom in vielen Punkten unwissenschaftlich arbeitete und die freie Forschung der dogmatischen vorzog. Sicher sprach Lindblom damit das Volk besser an, aber er machte sich zahlreiche Feinde, die Religionswissenschaft sehr konservativ betrachteten.

Im Frühjahr 1924 entschied sich dann jedoch die Zukunft von Johannes Lindblom, denn die Akademie in Åbo (Turku) richtete eine theologische Fakultät ein und bot dem Theologen eine Professur für das Alte und das Neue Testament an. Lindblom hatte nun die Chance die gesamte Fakultät aufzubauen und ihr damit seinen Stempel zu geben. Um Vertrauen zu gewinnen, zog Lindblom zusätzlich durch das ganze Land und hielt Vorträge, die sich vor allem an das Volk richtete, das keine universitäre Bildung hatte.

Parallel dazu begann Johannes Lindblom unermüdlich zu schreiben, ohne jedoch Wert auf wissenschaftliche Formulierungen zu legen, sondern er veröffentlichte literarische Theologie und suchte seine Themen bei der verschiedensten Propheten, aber auch den Weissagungen der Heiligen Birgitta. Lindblom ging hierbei erneut in die Opposition zur geltenden Theologie, da er die Prophezeiungen nicht der antiken Welt anpasste, sondern mehr der nordischen Tradition. Auch wenn sich der Theologe dadurch sehr viele Feinde machte, so wurde er ein Begriff und eine Erneuerer der nordischen protestantischen Religion und wurde der Gründer der populärwissenschaftlichen theologischen Literatur.

Die Bedeutung von Johannes Lindblom darf auch heute noch nicht unterschätzt werden, denn der Theologe schrieb seine Bücher in einer Zeit des starken Glaubens und war einer der wenigen, die damals das Alte Testament und die Weissagungen auf populäre Weise darstellten und damit Zugang zu den Normalbürgern des Landes gewann und auch einige Werke für die Schule schrieb. Bedeutend ist dabei auch, dass Lindblom Theologie vollkommen von Politik trennte, ein Gegenteil zur Entwicklung in Deutschland während der 30er und 40er Jahre. Lindblom konnte mit dieser Einstellung zahlreiche religiösen Dichter und Literaten Schwedens beeinflussen, obwohl einiges aus seinen Werken wissenschaftlich nicht haltbar ist und auch damals angezweifelt wurde.

Wer der literarischen Entwicklung von Johannes Lindblom folgt, stellt fest, dass sehr viele seiner eigenen Werke und seiner Übersetzungen erst nach seiner Pensionierung erschienen und der Autor auch mit 89 Jahren noch aktiv war und den gleichen Weg ging und das Dogma der Theologie als Nebensache nahm, denn Lindblom öffnete sich immer neuen Gedanken und neuen Ideen, was natürlich auch bedeutet, dass seine Bibelübersetzungen teilweise von der offiziellen Meinung der Kirche abweichen, dafür jedoch weitaus logischer klingen und für den Nichttheologen einfacher zu verstehen sind.

Copyright: Herbert Kårlin

4 mars 2013

Hans Magnus Melin und die moderne Bibel Schwedens

Hans Magnus Melin wurde am 14. September 1805 als Sohn des Quartiermeisters Johan Ulrik Melin und dessen Frau Brita Catharina Seeberg in Vemmerlöf bei Kristianstad geboren und starb am 17. November 1877 in Lund. Melin war in erster Ehe mit Helena Jacobina (Bina) Hellstenius, in zweiter Ehe mit Anna Helena Bååth und in dritter Ehe mit Severina Carolina Bååth verheiratet.

Über die Kindheit und die Jugend von Hans Magnus Melin ist nicht sehr viel bekannt, außer dass die Ehe der Eltern scheiterte als der Junge sieben Jahre alt war und mit seiner Mutter nach Ystad zog und in der Schule ein großes Interesse für die klassischen Sprachen zeigte. Während seines Studiums an der Universität Lund ab 1822 begann sich Melin zusätzlich für Naturwissenschaften zu interessieren, was ihn sein Leben lang nicht mehr verließ.


Schwedisches Reichsarchiv

Nach seiner Promotion im Jahre 1829 begann Hans Magnus Melin als Dozent der griechischen Sprache in Lund zu arbeiten, eine Arbeit, der sich 1834 in eine Dozentur in Exegetik anschloss. Ab dieser Zeit neigten sich die Interessen von Melin immer mehr der Theologie zu, wobei er jedoch seine Hauptaufgabe darin sah die Verbindung zwischen Theologie und Naturwissenschaft zu beweisen, die in seinen Augen eine Einheit ausmachten und sich in keinem Punkt widersprachen.

In ganz Schweden bekannt wurde Hans Magnus Melin als er im Jahre 1841 seine Vorlesungsreihe begann, die sich ausschließlich gegen den deutschen Theologen und Philosophen David Friedrich Strauss richtete, der kurz zuvor das Buch „Das Leben Jesu“ (Jesu leverne) herausgebracht hatte und dabei Naturwissenschaft als Gegensatz zur Theologie beschrieben hatte und dabei das von Georg Wilhelm Friedrich Hegel bezeichnete Mythos als Basis genommen hatte.

Diese Auseinandersetzung mit Strauss führte dazu, dass Hans Magnus Melin zur Einsicht kam, dass eine neu übersetzte Bibel mit Kommentaren und wissenschaftlichen Querverweisen nötig war, damit die Religion in seiner wahren Meinung verstanden werden kann. Unter all den theologischen Werken, die Melin veröffentlichte, sollte diese Bibel, an der er von 1856 bis 1864 arbeitete, das wichtigste Werk werden, das noch heute die Denkweise des protestantischen Glaubens in Schweden beeinflusst und von Peter Wieselgren als das wichtigste Bibelwerk des 19. Jahrhunderts betrachtet wurde.

Diese Bibel verbreitete sich sehr schnell über ganz Schweden und wurde von Priestern als Leitfaden betrachtet und ging als Beilage des Svensk Familje-Journalen an die Bevölkerung, wobei bei dieser Auflage erstmals in Schweden auch die Zeichnungen von Gustave Doré zu finden waren und die Vorlage für eine Prachtbibel wurde, die 1889 in den USA erschien. Das Werk war indes nicht nur als Bibel zu betrachten, sondern entwickelte sich zur Grundlage der Bibelforschung in Schweden, da die Anmerkungen eines theologischen Naturwissenschaftlers eine zeitliche Einordnung der Geschehnisse erlaubte und die Bibel als solches zu einem glaubwürdigen Werk machte.

Der Erfolg seiner Bibel überschattete alle seine anderen Arbeiten und Predigten, inklusive seinen vierbändigen Vorlesungen Föreläsningar övfer Jesu lefverne, die zwischen 1842 und 1851 erschienen waren. Seine verschiedenen Arbeiten führten jedoch auch dazu, dass Hans Magnus Melin, nach Esaias Tegnér, der gelehrteste Mann der Universität Lund war.

Auf Grund seiner Leistungen wurde Hans Magnus Melin 1866 in die Königliche Vetenskapsakademien gewählt und im gleichen Jahr auch in die Svenska Akademien, wo er nach Johan Börjesson auf dem Stuhl Nummer 3 Platz nahm.

Hans Magnus Melin war sein Leben lang eine Person der Wissenschaft, der sich am Schreibtisch am wohlsten fühlte, jedoch relativ wenige Werke veröffentlichte, da er, in den Augen seiner Zeit, nichts überhastet veröffentlichen wollte, sondern jede Aussage einer Prüfung unterzog, was ihm auch den Ruf eines seriösen Wissenschaftlers brachte und seinen Werken, selbst den veröffentlichten Predigten, einen bedeutenden Einfluss verlieh, der alle Autoren religiöser Texte nach ihm beeinflusste.

Der Theologe Hans Magnus Melin hinterließ sein Gebäude in Form einer Stiftung armen Frauen, die ihre Ehre verloren hatten und das nach ihm benannt wurde. Die Stiftung hat seit Jahrzehnten keine Aktivitäten mehr verzeichnet und das Gebäude ging in Privatbesitz über.

Copyright: Herbert Kårlin