Visar inlägg med etikett Esaias Tegnér. Visa alla inlägg
Visar inlägg med etikett Esaias Tegnér. Visa alla inlägg

5 maj 2013

Carl August Adlersparre, vom Dichter zum politischen Schriftsteller

Carl August Adlersparre wurde am 7. Juni 1810 als Sohn des Offiziers und Schriftstellers Georg Adlersparre und dessen Frau Lovisa Magdalena Linroth in Kristinehamn geboren und starb am 5. Mai 1862 im Alter von 51 Jahren in Stockholm. Adlersparre war ab 1848 mit Charlotte Aurore Jeanette von Platen verheiratet.

Mit 13 Jahren begann Carl August Adlersparre die militärische Laufbahn und mit 18 legte er die Offiziersprüfung ab. Aber wie bereits sein Vater, so hatte Adlersparre zwar eine militärische Karriere in Erwägung gezogen, aber wie auch der Vater, so träumte er in Wirklichkeit von einer Anerkennung und Ruhm als Literat. Sein Leben kreiste bereits im Alter von 20 weitaus mehr um Literatur als um militärische Aktivitäten, auch wenn Adlersparre diese Laufbahn erst 1845, im Alter von 35 Jahren, beendete.

Carl August Adlersparre, Tidsfaflor 1809 och 1810, Nabu Press, 2012, Originalausgabe 1850

Als Carl August Adlersparre 20 Jahre alt war, veröffentlichte er seinen ersten Gedichtband unter dem Titel Ungdoms-dikter, der mehr oder weniger auch nur aus Jugendgedichten bestand, die an die Werke von Esaias Tegnér und Erik Johan Stagnelius erinnern, aber kaum die Persönlichkeit von Adlersparre zum Ausdruck bringen.

Bereits ein Jahr später lobte die Svenska Akademien das Werk Albano von Carl August Adlersparre, was den Dichter dazu bewegte ab diesem Zeitpunkt unter dem Pseudonym Albano zu arbeiten. Mit einer überarbeiteten Version seines Gedichtes gelang es Adlersparre im Jahr 1834 den zweiten Preis der Akademie zu gewinnen, der von weiteren vier zweiten Preisen gefolgt war.

Carl August Adlersparre war von seinen übergreifenden Fähigkeiten als Schriftsteller überzeugt und veröffentlichte bereits 1833 seinen zweiten Gedichtband Poemer i Vinterblommor und acht Jahre später Smärre samlade dikter in dem allerdings auch einige Novellen des Autors enthalten waren. Seine Werke aus dieser Epoche wurden mit Wohlwollen aufgenommen und fanden auch ein breites Publikum, aber zur literarischen Größe von der Adlersparre träumte, fehlte die Persönlichkeit in seinen Werken. Die Dichtkunst von Adlersparre blieb auf einem technischem Niveau stehen.

Sehr früh nahm Carl August Adlersparre auch mit Dichtern wie Esaias Tegnér, Frans Michael Franzén, Erik Gustaf Geijer, Carl Adolph Agardh, Johan Henrik Thomander oder auch Frithiof Grafström Kontakt auf um deren Werke, gemischt mit seinen eigenen, in der vom Vater geerbten literarischen Zeitschrift Läsning zu veröffentlichen, ein Unternehmen, das jedoch nur geringen Erfolg zeigte, denn nach nur fünf Nummern stellte der Verlag die Herausgabe ein.

Eine Änderung im literarischen Schaffen von Carl August Adlersparre kann man nach dem Erscheinen seines Bandes Smärre samlade dikter aus dem Jahre 1841, nach dem ihn Bernhard Elis Malmström als Dilettanten bezeichnete, der keine Ahnung von Grammatik hat, was erst zu einer literarischen Auseinandersetzung zwischen Adlersparre und Malmström führte, die Adlersparre in gewisser Weise zur Aufgabe des poetischen Strebens brachte.

Nach dieser Niederlage begann Carl August Adlersparre erst einige romantische Geschichtsromane zu veröffentlichen, die jedoch kaum besser bewertet wurden als seine Gedichte und den Schriftsteller zu einem Umdenken brachten, das ihn letztendlich zu seinem eigentlichen Können führte, nämlich dem Verfassen von historisch-politischen Werken, einer Kategorie bei der er sein Wissen und seine literarische Stärke zeigen konnte und statt gefühlsmässiger Eingebung und Erfahrung Fakten zählten.

Vielleicht gerade weil Carl August Adlersparre keine klare politische Einstellung hatte, wurden seine Arbeiten der letzten 17 Lebensjahre zu bedeutenden Zeitdokumenten, denn in den fünfbändigen Tidstaflor erfährt der Leser die Situation Schwedens während und nach der Revolution des Jahres 1809, das das Land zu bedeutenden Veränderungen führte.

Das vermutliche bedeutendste Werk von Carl August Adlersparre wurde dann jedoch das dreibändige Werk Anteckningar om bortgångne samtida aus den Jahren 1859 bis 1862, denn Adlersparre war in den Besitz von zahlreichen Briefen, Manuskripten und anderen Dokumenten bedeutender schwedischer Persönlichkeiten der Epoche geraten und veröffentlichte daher eine weitaus neutrale Darstellung über die kulturelle Entwicklung Schwedens der Jahrtausendwende, eine Kulturgeschichte, die bis heute ihre Bedeutung nicht verloren hat.

Aber obwohl Carl August Adlerspanne ab 1845, als er seine militärische Laufbahn ganz aufgab, seine wahre Begabung gefunden hatte , konnte er durch seinen frühen Tod nicht mehr all die Werke veröffentlichen, die er geplant hatte. Nach seinem Tod wurden seine Aufzeichnungen und Briefe leider zerstückelt, so dass man selbst heute in den Sammlungen der Universitätsbibliotheken in Lund und in Uppsala nur noch einen Teil seiner begonnenen Arbeiten und andere Aufzeichnungen finden kann.

Copyright: Herbert Kårlin

4 mars 2013

Hans Magnus Melin und die moderne Bibel Schwedens

Hans Magnus Melin wurde am 14. September 1805 als Sohn des Quartiermeisters Johan Ulrik Melin und dessen Frau Brita Catharina Seeberg in Vemmerlöf bei Kristianstad geboren und starb am 17. November 1877 in Lund. Melin war in erster Ehe mit Helena Jacobina (Bina) Hellstenius, in zweiter Ehe mit Anna Helena Bååth und in dritter Ehe mit Severina Carolina Bååth verheiratet.

Über die Kindheit und die Jugend von Hans Magnus Melin ist nicht sehr viel bekannt, außer dass die Ehe der Eltern scheiterte als der Junge sieben Jahre alt war und mit seiner Mutter nach Ystad zog und in der Schule ein großes Interesse für die klassischen Sprachen zeigte. Während seines Studiums an der Universität Lund ab 1822 begann sich Melin zusätzlich für Naturwissenschaften zu interessieren, was ihn sein Leben lang nicht mehr verließ.


Schwedisches Reichsarchiv

Nach seiner Promotion im Jahre 1829 begann Hans Magnus Melin als Dozent der griechischen Sprache in Lund zu arbeiten, eine Arbeit, der sich 1834 in eine Dozentur in Exegetik anschloss. Ab dieser Zeit neigten sich die Interessen von Melin immer mehr der Theologie zu, wobei er jedoch seine Hauptaufgabe darin sah die Verbindung zwischen Theologie und Naturwissenschaft zu beweisen, die in seinen Augen eine Einheit ausmachten und sich in keinem Punkt widersprachen.

In ganz Schweden bekannt wurde Hans Magnus Melin als er im Jahre 1841 seine Vorlesungsreihe begann, die sich ausschließlich gegen den deutschen Theologen und Philosophen David Friedrich Strauss richtete, der kurz zuvor das Buch „Das Leben Jesu“ (Jesu leverne) herausgebracht hatte und dabei Naturwissenschaft als Gegensatz zur Theologie beschrieben hatte und dabei das von Georg Wilhelm Friedrich Hegel bezeichnete Mythos als Basis genommen hatte.

Diese Auseinandersetzung mit Strauss führte dazu, dass Hans Magnus Melin zur Einsicht kam, dass eine neu übersetzte Bibel mit Kommentaren und wissenschaftlichen Querverweisen nötig war, damit die Religion in seiner wahren Meinung verstanden werden kann. Unter all den theologischen Werken, die Melin veröffentlichte, sollte diese Bibel, an der er von 1856 bis 1864 arbeitete, das wichtigste Werk werden, das noch heute die Denkweise des protestantischen Glaubens in Schweden beeinflusst und von Peter Wieselgren als das wichtigste Bibelwerk des 19. Jahrhunderts betrachtet wurde.

Diese Bibel verbreitete sich sehr schnell über ganz Schweden und wurde von Priestern als Leitfaden betrachtet und ging als Beilage des Svensk Familje-Journalen an die Bevölkerung, wobei bei dieser Auflage erstmals in Schweden auch die Zeichnungen von Gustave Doré zu finden waren und die Vorlage für eine Prachtbibel wurde, die 1889 in den USA erschien. Das Werk war indes nicht nur als Bibel zu betrachten, sondern entwickelte sich zur Grundlage der Bibelforschung in Schweden, da die Anmerkungen eines theologischen Naturwissenschaftlers eine zeitliche Einordnung der Geschehnisse erlaubte und die Bibel als solches zu einem glaubwürdigen Werk machte.

Der Erfolg seiner Bibel überschattete alle seine anderen Arbeiten und Predigten, inklusive seinen vierbändigen Vorlesungen Föreläsningar övfer Jesu lefverne, die zwischen 1842 und 1851 erschienen waren. Seine verschiedenen Arbeiten führten jedoch auch dazu, dass Hans Magnus Melin, nach Esaias Tegnér, der gelehrteste Mann der Universität Lund war.

Auf Grund seiner Leistungen wurde Hans Magnus Melin 1866 in die Königliche Vetenskapsakademien gewählt und im gleichen Jahr auch in die Svenska Akademien, wo er nach Johan Börjesson auf dem Stuhl Nummer 3 Platz nahm.

Hans Magnus Melin war sein Leben lang eine Person der Wissenschaft, der sich am Schreibtisch am wohlsten fühlte, jedoch relativ wenige Werke veröffentlichte, da er, in den Augen seiner Zeit, nichts überhastet veröffentlichen wollte, sondern jede Aussage einer Prüfung unterzog, was ihm auch den Ruf eines seriösen Wissenschaftlers brachte und seinen Werken, selbst den veröffentlichten Predigten, einen bedeutenden Einfluss verlieh, der alle Autoren religiöser Texte nach ihm beeinflusste.

Der Theologe Hans Magnus Melin hinterließ sein Gebäude in Form einer Stiftung armen Frauen, die ihre Ehre verloren hatten und das nach ihm benannt wurde. Die Stiftung hat seit Jahrzehnten keine Aktivitäten mehr verzeichnet und das Gebäude ging in Privatbesitz über.

Copyright: Herbert Kårlin

25 december 2012

Carl Gustaf von Brinkman, der Dichter deutscher Seele

Carl Gustaf von Brinkman wurde am 25. Februar 1764 als Sohn des Rechtsanwalts Hans Gustaf Brinckman und dessen Frau, der Gräfin Beate Kristina Leijonstedt, in Nacka geboren und starb am 25. Dezember 1847 in Stockholm. Von Brinkman war nie verheiratet.

Die Kindheit von Carl Gustaf von Brinkman endete spätestens mit elf Jahren als ihn der extrem religiöse Vater ihn in die Missionsschule nach Niesky in Sachsen schickte um später Gottes Wort verbreiten zu können. In der klosterähnlichen Schule lernte von Brinkman vor allem die klassischen Sprachen um dann direkt im Seminar in Barby Theologie zu studieren. Erst elf Jahre später durfte er seinen Vater kurz besuchen, den er bei dieser Gelegenheit bat Barby verlassen zu dürfen um eine Universität besuchen zu können. Der Vater lehnte ab, so dass von Brinkman erneut zurück nach Barby kehren musste.

Bleistiftzeichnung von Maria Röhl, 1835

Bereits in Niesky hatte Carl Gustaf von Brinkman begonnen an seiner Berufung zum kirchlichen Leben zu zweifeln und heimlich begonnen dort verbotene Bücher zu lesen und 1778 hatte er die ersten Gedichte verfasst. Dies führte zu immer mehr Verboten von Seiten der Schule, die sehr schnell die Neigung des jungen von Brinkman entdeckt hatte. Erst mit 23 Jahren fand von Brinkman die Stärke mit seinem Vater und dem Seminar zu brechen und 1787 begann er ein Studium in Halle. 1789 besuchte er dann auch die Universitäten in Wittenberg, Jena, Leipzig, Weimar und Berlin.

Als Carl Gustaf von Brinkman im Herbst 1790 nach Schweden zurückkehrte, legte er in Uppsala das Kanzleiexamen ab und wurde Staatssekretär. Zwei Jahre später begann von Brinkman seine diplomatische Karriere in Berlin, wo er die deutschen Schriftsteller Friedrich von Gentz, Wilhelm von Humboldt und vor allem Rahel Varnhagen von Ense (Rahel Levin) kennen lernte, die damals den bedeutendsten literarischen Salon Berlins leitete und mit der von Brinkman noch viele Jahre korrespondierte.

Als die diplomatische Karriere von Carl Gustaf von Brinkman nach seinen Äußerungen über Napoleon und Alexander I. in Deutschland ein brüskes Ende nahm, da Napoleon mit seinem Einfluss Preußen dazu zwang von Brinkman 1808 auszuweisen und dieser sein Vaterland verlassen musste, wie er Deutschland in einem Brief an Ludwig Tieck bezeichnet hatte, hatte der Diplomat und Schriftsteller sich bereits seit seiner Zeit in Halle als Skalde betätigt und dadurch seine literarische Laufbahn vorbereitet.

Nach den Problem in Preußen kehrte Carl Gustaf von Brinkman zurück nach Schweden, wurde in den Adelstand erhoben und nahm seinen letzten Auslandsauftrag nach London an, wo er jedoch nur zwei Jahre verbrachte. Ab 1810 übernahm von Brinkman nur noch einzelne Aufträge am Hof und begann sich fast ausschließlich der Literatur zu widmen, was ihm als Gesellschaftsmenschen in den verschiedenen Salons Stockholms sehr leicht fiel, da er sehr bald mehrere einflussreiche Frauen zu seinen Gönnerinnen zählte, allen voran Ulla de Geer, die seine Beschützerin wurde.

Die Dichtkunst von Carl Gustaf von Brinkman folgt den absolut klassischen Formen, die er in Niesky und Barby kennengelernt hat. Einflüsse der moderneren französischen Versform lehnt er, trotz guter Französischkenntnissen, kategorisch ab, was im Prinzip auch seiner politischen Einstellung zu Frankreich entspricht.

Alle Werke, die Carl Gustaf von Brinkman zwischen 1789 und 1821 veröffentlichte, erschienen in deutscher Sprache, wobei bereits sein erstes Buch „Gedichte“ im Jahre 1789, das er unter dem Pseudonym Selmar veröffentlichte, wegen dem gewählten Versmaß die Aufmerksamkeit von Friedrich Gottlieb Klopstock auf sich zog. Während die ersten Bände von von Brinkman reine Poesie mit romantischem Einschlag enthielten, veröffentlichte er 1806 das Werk „Philosophische Ansichten“, das auch in wissenschaftlichen Kreisen Deutschlands auf Interesse stieß. In Schweden blieben all diese Werke jedoch nahezu unbekannt.

Diese Situation änderte sich radikal als Carl Gustaf von Brinkman 1821 das Gedicht Snillets verld herausgab, da er für dieses Gedicht unmittelbar den großen Preis der Svenska Akademien erhielt.

Als sich Carl Gustaf von Brinkman 1810 in Schweden niederließ, begann er eine reiche Korrespondenz mit einigen der bekanntesten Schriftstellern Schwedens, wobei er insbesondere die Literatur von Esaias Tegnér und von Erik Gustav Geijer lobte und mit beiden eine engere Freundschaft aufrecht hielt, was ihm mit Sicherheit einige der wichtigsten Türen der literarischen Welt Schwedens öffnete.

Trotz zahlreicher Veröffentlichungen betrachtete sich Carl Gustaf von Brinkman in erster Linie als Leser, in zweiter Linie als poetische Person und erst dann als Skalde. Diese Aussage kann man in gewisser Weise auch an seinem umfangreichen Werk sehen dessen Zentralpunkt die vier Bände Tankebilder ausmachen, denn auch wenn er die klassischen Versmaße zur Perfektion beherrschte, so treten bei seinen schwedischen Werken immer mehr philosophische und psychologische Betrachtungen in den Vordergrund, die auch davon beeinflusst werden, dass von Brinkman immer das Bestreben hatte, dass er für seine Meinung und seine Werke von anderen Schriftstellern geschätzt werden wollte.

Carl Gustaf von Brinkman wurde 1814 in die Vitterhetsakademien aufgenommen, übernahm 1828 den Stuhl Nummer 3 von Johan Adam Tingstadius in der Svenska Akademien, wurde 1836 in die Vetenskapsakademien gewählt und er wurde 1839 zum Ehrendoktor der Universität Uppsala ernannt.

Copyright: Herbert Kårlin

10 september 2012

Anders Anderson, ein Arzt als schwedischer Skalde

Anders Anderson wurde am 6. Juli 1822 in Ödestugu bei Jönköping und starb am 10. September 1892 im Östrabo biskopsgård in Växjö. Anderson war in erster Linie Gynäkologe am Karolinska Institutet in Stockholm, wurde 1875 in die Svenska Akademien gewählt und verfasste mehrere medizinische Bücher. Auch wenn Anders Anderson, neben seinen Studien und seinem Beruf, bereits sehr früh Gedichte schrieb, so kam sein erster Gedichtband erst im Jahre 1889, nach seiner Pensionierung als Arzt, auf den Markt. Bedeutend für seine literarische Aktivität war insbesondere, dass Anders in sehr jungen Jahren oft bei Bischof Esaias Tegnér eingeladen war, der ihm die Dichtkunst näher brachte.

Anders Anderson wuchs in einer Priesterfamilie auf und begann im Jahre 1839, vor allem aus finanziellen Grünen, in Lund ein Studium in Philosophie und Theologie, bevor er 1845 einen Mäzen fand, der ihm erlaubte auf Medizin umzusteigen. Nach dem Abschluss seines Studiums arbeitete er permanent am Karolinska Institutet, wo er die Erfolgsleiter erklimmen konnte und schließlich Professor wurde.

Auf seinem Weg als Dichter wurde Anders Anderson jedoch nicht nur von Esaias Tegnér beeinflusst, auch wenn der Skalde sein Leben lang dessen Gedichte im Kopf hatte und dem großen Meister nachstrebte. Bereits ab 1840 hatte sich Anderson auch im literarischen Kreis Lunds einen gewissen Namen gemacht, einer Zeit, als der Skandinavismus und der Nationalismus in Schweden seinen Höhepunkt hatte und sich nahezu bei der gesamten Literatur bemerkbar machte.

Bereits im ersten Gedichtband Dikter von Anders Anderson, der 1889 erschien, und noch überwiegend Gelegenheitsgedichte enthielt, zeigte den Einfluss von Tegnér und dem Gedanken eines starken Schwedens in dem alles dafür getan werden muss um die Rolle von Kirche und Staat aufrecht zu halten, da Anderson dies als die Seele Schwedens betrachtete. In sehr vielen seiner Gedichte fließt daher auch die Mythologie Schwedens ein in denen Asagötter, Elfen und eine grüne Landschaft von großer Bedeutung sind.

Einen besseren Zugang zu den Gedichten von Anders Anderson findet man in seinem zweiten Werk, das Gustaf Ljunggren, ein Jugendfreund des Skalden, 1893 auf den Markt brachte, da man hier auch einige frühe Werke, Aufzeichnungen und bedeutende Reden des Autors findet, die es erlauben der Denkweise Andersons zu folgen.

Das biographische Prosawerk Anders Retzius, bidrag till bedömande af hans person och hans verksamhet, blieb leider ein Fragment und kann als Erinnerung an Andersons wichtigsten Professor, Anders Retzius, in Lund betrachtet werden.

Anders Anderson, der am 17. Oktober 1866 Hilma Johanna Kristina Bäckström geheiratet hatte, erlebte die Herausgabe seines Hauptwerks nicht mehr, da er ein Jahr vor der Herausgabe im Alter von 70 Jahren an Herzproblemen starb.

Copyright: Herbert Kårlin