Visar inlägg med etikett Schären. Visa alla inlägg
Visar inlägg med etikett Schären. Visa alla inlägg

6 juli 2013

Karl Alfred Melin, der Dichter der Schären des Södermanlands

Karl Alfred Melin wurde am 11. März 1849 als Sohn des Volksschullehrers Carl Eric Melin und dessen Frau Catharina Berglun in Utö bei Stockholm geboren und starb im Alter von 70 Jahren in Torö auf Lidingö. Meilin war ab 1879 mit Serla Maria Ossbahr verheiratet.

Seine Kindheit verbrachte Karl Alfred Melin auf einem Hof in Österhaninge, wo er in einem bürgerlichen Elternhaus aufwuchs und die ersten Jahre auch zu Hause die grundlegende Schulbildung erhielt. Melin besuchte ab 1859 die Maria Skola in Stockholm, wechselte 1864 ins Gymnasium der selben Stadt und machte dort 1868 die Hochschulreife.


Nach der Hochschulreife schrieb sich Karl Alfred Mellin an der Universität Uppsala Philosophie, Ästhetik, Literaturgeschichte und Kunstgeschichte. Im Jahre 1875 disputierte der Schriftsteller und Dichter an der gleichen Universität um anschließend erst als Lehrer und später auch als Lektor und als Bibliothekar zu arbeiten.

Auch wenn sich Karl Alfred Melin bereits in Uppsala für Dichtkunst interessierte und Mitglied der allgemeinen Gesangsvereinigung war, so entstand sein Psalm O Herre du som säger erst im Jahre 1880. Da der Schriftsteller in seiner Zeit als Lehrer nur relativ wenig Zeit für die Verfassung seiner Gedichte aufwenden konnte, erschien sein erster Gedichtband Humleplockningen erst 1882, dem später auch die beiden Bände Dikter im Jahre 1888 und 1904 folgen sollten.

Karl Alfred Melin gehörte sowohl in seiner Dichtkunst, als auch als Literaturlehrer der konservativen Schicht des romantischen Idealismus an, denn seine Poesie zeigt die Züge von Per Daniel Amadeus Atterbom, Carl David af Wirsén und Viktor Rydberg und als Lehrer wollte er August Strindberg nicht als Schriftsteller anerkennen. Seine Schülern wurden daher vor allem die Werte von Johan Olof Wallin, Georg Stiernhielm und Johan Ludvig Runeberg näher gebracht. Um diese literarischen Werte zu fördern, veröffentlichte Melin, gemeinsam mit Carl Hugo Hernlund auch ein Lesebuch für die Mittelstufe, das die nationalen Werte der schwedischen Literatur hervorhob.

Eine Veränderung in Karl Alfred Melins Dichtung stellt man bei seinem Gedichtband Skärgårdsbilder aus dem Jahre 1891 fest, denn nachdem er die Landschaft der Schären im Södermanland entdeckt hatte, begann der Schriftsteller die Natur der Schären und deren Bewohner zu schildern, allerdings nicht mehr nur in Versform, sondern er verfasste auch zahlreiche Kinder- und Jugendbücher, die vor allem um das Thema Wikinger kreisten.
Dass Karl Alfred Melin jedoch nach wie vor die alten schwedischen Ideale schützen wollte, zeigt sich darin, dass er die Redaktion von etwa 30 Jugendbüchern der W. Billes Jugendbibliothek übernahm, eine Initiative, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts gegen die sogenannte Nick Carter Literatur gerichtet war, eine Serie übersetzter amerikanischer Kriminalromane, die um diese Zeit als Schundliteratur betrachtet wurden, deren einziges Ziel es war die schwedische Jugend zu verderben.

Im jahre 1898 wurde Karl Alfred Melin auf dringende Empfehlung von Wirsén in die Svenska Akademien gewählt, wobei diese Wahl vor allem dazu diente einen zweiten schöngeistigen Schriftsteller, neben Wirsén selbst, in die Akademie aufzunehmen, auch wenn Melin um diese Zeit noch nicht sehr viele Bücher veröffentlicht hatte, da seine bedeutendste Schaffenszeit erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts einsetzte. Innerhalb der Svenska Akademien nahm Melin auch schnell eine bedeutende Rolle innerhalb des Nobelkomitees ein.

Die ersten Jahren verhielt sich Karl Alfred Melin gegenüber seinem Gönner Wirsén absolut loyal und folgte auch dessen Empfehlungen, auch wenn er eine andere Meinung als sein Gönner hatte. Der Bruch kam jedoch als Wirsén verhindern wollte, dass Henrik Schück in die Svenska Akademien gewählt wurde, da Melin nun einen persönlichen Brief zugunsten von Schück verfasste, der sowohl von M. Karlfeldt und Carl Rupert Nyblom unterschrieben wurde. Durch diese Initiative wurde die Macht Wirséns innerhalb der Akademie gebrochen.

Noch heute werden die Gedichte von Karl Alfred Melin, der zeit seines Lebens als Humleplockningens och Skärgårdsbildernas skald bezeichnet wurde, als seine bedeutendsten Werke bezeichnet, da man in der Literaturgeschichte Kinder- und Jugendbücher nach wie vor als „minderwertig“ betrachtet. Zahlreiche Gedichte Melins wurden von Norman, Åkerberg, Stenhammar und anderen vertont.

 Copyright: Herbert Kårlin

8 december 2012

Elias Sehlstedt, der der Poet der Schären vor Stockholm

Elias Sehlstedt wurde am 8. Dezember 1808 als Sohn des Kaufmanns Abraham Sehlstedt und seiner Frau Märta Lisa Dahlström in Härnösand geboren und starb am 22. Juni 1874 im Alter von 65 Jahren in Stockholm.

Der schwedische Poet Elias Sehlstedt ging in Härnösand zur Schule, besuchte dort das Gymnasium und schrieb sich am 23. Juni 1829 in der juristischen Fakultät an der Universität Uppsala ein. Nach seinem Studium arbeitete Sehlstedt erst als Privatlehrer, dann wurde er Zollbeamter um dann zwischen 1852 und 1869 Zollinspektor auf Sandön zu werden.


Die Neigung von Elias Sehlstedt zur Poesie zeigte sich sehr früh, denn bereits als er ins Gymnasium ging, wurde seine Gedicht Byxorna (Die Hosen), eine Saga des modernen Schneiders, als 14-seitige Broschüre veröffentlicht und als Student in Uppsala veröffentlichte der Upsala-Korrespondenten mehrere Werke des Poeten. Zwölf dieser Gedichte wurden 1832, also noch im gleichen Jahr, in Stockholm innerhalb der Gedichtserie Norrlandsblommor veröffentlicht, ergänzt durch andere Werke des Autors.

Wegen ökonomischen Problemen konnte Elias Sehlstedt sein Jurastudium in Uppsala nicht beenden, was letztendlich zu einer Anstellung beim Zoll führte wo er relativ schnell im Rang stieg. Seine Erfahrungen und Probleme dieser Zeit findet man in mehreren seiner Gedichte, zum Beispiel im Gedicht Sång för rörliga tullbevakningen. Sehlstedt hatte immer eine Neigung seine Umwelt und das Arbeitsleben in etwas humoristischer Weise in Gedichte zu fassen.

Eine größere Bedeutung für das literarische Werk Elias Sehlstedts hatte seine Versetzung im Jahre 1852 nach Sandhamn auf Sandön, eine Schäreninsel vor Stockholm. Die zahlreichen poetischen Schilderungen der Schären und des Lebens auf den Inseln gehören zu den Meisterwerken des Poeten und zeichnen sich durch eine Art Selbstironie und die Neigung zur Satire aus, was in jener Epoche relativ selten im lyrischen Schaffen Schwedens zu finden ist.

Im Laufe seines poetischen Schaffens hatte sich aus dem Poeten Elias Sehlstedt auch ein bekannter Skalde entwickelt, der einen Teil seiner Gedichte in Ton fasste und damit einige Weisen schuf, die noch heute einen wichtigen Teil der schwedischen Liederbücher ausmachen. Die vermutlich bekanntes Weise des Skalden ist Litet bo jag sätta vill, das nahezu jeder Schwede kennt und noch heute zum Repertoire zahlreicher Chöre gehört.

Die ersten Versuche als Skalde hatte Elias Sehlstedt bereits 1832 unternommen, ohne jedoch um diese Zeit eigene Weisen vorzutragen. Sehlstedt wählte dafür Werke anderer bekannter Skalden, so von EsaiasTegner oder von Johan Henric Kellgren. Zu eigenen Werke führte ihn dann vor allem die Werke des norrländischen Skalden Anders Abraham Grafström, dessen Weisen einen starken Einfluss auf Sehlstedt ausübten. Bei der Vertonung liess sich Sehlstedt allerdings bisweilen sehr stark von Carl Michael Bellman inspirieren.

Auch wenn Elias Sehlstedt die Schären hasste, vor allem im Winter, war diese Zeit seine aktivste als Dichter und Skalde. Ein Großteil dieser Schöpfungen wurde zwischen 1861 und 1876 in fünf Bänden veröffentlicht, die von Carl Larsson mit über 500 Zeichnungen ergänzt wurden. Obwohl auch Sehlstadt auf Sandön sehr viel malte, gehen leider keine seiner Malereien in die Bücher und Kalender mit seinen poetischen Werken ein. Im Gegenzug dazu erklärte Larsson jedoch, dass er sich bei einigen Zeichnungen von den Bildern Sehlstedts beeinflussen ließ.

Elias Sehlstedt wurde während seines Lebens mehr als guter „technischer“ Schreiber betrachtet, aber weniger als herausragender Poet und Skalde. Seine wahre Leistung innerhalb der schwedischen Literaturgeschichte entdeckte man erst nach seinem Tod als Gustaf Fröding und Erik Axel Karlfeldt mit der gleichen Volksnähe an ihre Leser herantraten. Erst ab Ende des 19. Jahrhunderts wurde Sehlstedt eine Art literarische Entdeckung und die bekanntesten Sänger und Komponisten Schwedens griffen nach seinen Texten um sie neu zu vertonen. Heute weiß man, dass Sehlstedts Werke auch Personen wie Birger Sjöberg oder Evert Taube beinflussten, die das Besondere in seinen Gedichten entdeckten und ebenfalls die Volksnähe suchten.

Als Person war Elias Sehlstedt kleinbürgerlich, der sich mit allem begnügte was das Leben ihm bot. Dies drückt sich selbst in seinen Gedichten aus, wenn man sie genauer liest, denn Sehlstedt hatte die Neigung vieles durch einen Diminuitiv zu verniedlichen und schrieb oder sprach gerne von seinem kleinen Häuschen, seinem kleinen Boot oder einem kleinen Schnaps.

Copyright: Herbert Kårlin

13 oktober 2012

Ernst Didring und die schwedische Gesellschaft gegen 1900

Ernst Didring wurde am 18. Oktober 1868 in Stockholm als Sohn des Lithographen Anders Gustav Andersson und Juliana Maria Hellberg geboren und starb in der schwedischen Hauptstadt am 13. Oktober 1931 im Alter von 62 Jahren. Didring war seit 1899 mit der dänischen Künstlerin Jeanne Rye verheiratet.

Aus finanziellen Gründen musste Ernst Didring vorzeitig von der Schule abgehen und ab 1884 begann er als Schreiber bei der schwedischen Eisenbahn SJ (Statens Järnvägar), wo er im Laufe der Jahre zum Buchhalter aufstieg und langsam der Chefetage näher kam. Im Jahre 1914 gab er diese Tätigkeit jedoch ganz auf um sich der Schriftstellerei zu widmen.


Bereits 1889 hatte Ernst Didring begonnen Theaterstücke zu schreiben, wobei allerdings sein erstes Werk, Ahasverus, abgelehnt wurde. Auch seine nächsten Stücke wie Midnattssol im Jahre 1897 und Stigare-Mats im Jahre 1900 waren nicht unbedingt die größten Erfolge, aber die Stücke waren so einmalig, dass sie von der Kritik aufgenommen wurden und positiv bewertet wurden. Midnattssol war vermutlich das erste Theaterstück Schwedens, das den Kampf der Sami ums Überleben auf die Bühne brachte und Stigare Mats schilderte den Konflikt zwischen Arbeitern und Arbeitgebern in den nordschwedischen Gruben.

Ernst Didring schreibt in den Folgejahren zahlreiche Dramen, die alle gemeinsam haben, dass sie die Warte des Arbeiters und des Ausgebeuteten beleuchten und eine Stärke zeigen, die auch die Arbeiterschicht ins Theater lockt. Der Autor hinterlässt mit diesen Dramen ein bedeutendes Stück schwedischer Geschichte.

Als Ernst Didring dann zwischen 1914 und 1919 seine Romantrilogie Malm veröffentlicht, bleibt er seinem Thema treu und wird damit der wichtigste Repräsentant der schwedischen Arbeiterliteratur zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Seine Romane lassen den Leser das schwedische Leben von vor über 100 Jahren miterleben und man findet Hinweise, die zeigen, dass sich manches bis heute nicht wirklich geändert hat.

Als literarischen Höhepunkt Didrings kann man seine Trilogie Grålögan aus den Jahren 1925 bis 1927 betrachten, obwohl der Schriftsteller nach dem zweiten Weltkrieg nur noch wenige herausragende Werke schrieb und in gewisser Weise mit der Welt abgeschlossen hatte, deren Zukunft er nur noch schwarz sah. Mehrere seiner Werke waren auch abgelehnt worden, denn wer wollte schon ein Drama über Kriegsflüchtlinge sehen oder an den Ersten Weltkrieg mit der Hungersnot erinnert werden.

Grålögan erschien dann wie ein neuer Anfang Didrings, denn in dieser Trilogie schildert er das Leben auf den Stockholmer Schären mit einer beispiellosen Beobachtungsgabe. Der Schriftsteller schildert die dortigen Bewohner genau so wie sie sind, mit ihren täglichen Problemen, ihren Freuden und der Natur, die das tägliche Leben bestimmt. Manche Kritiker gehen bei dieser Trilogie so weit zu behaupten, dass es sich dabei um die besten drei Bücher handelt, die je über die Schären vor Stockholm geschrieben wurden.

Die Stärke des Schriftstellers Ernst Didring zeigt sich an den detailreichen Beschreibungen von Kleinigkeiten und seinem Einsatz für Menschlichkeit, die auf das Gefühl einer Zusammengehörigkeit baut. Für Didring ist es wichtig die sozialen Aspekte in seinen Romanen und Dramen einzubinden ohne zu übertreiben und damit die Wirklichkeit deutlich zu machen. Um den Leser oder den Besucher des Theaters zu fesseln, greift Ernst Didring auch zu ironischen Ansätzen, die jedoch die handelnden Personen persönlicher machen und das Geschehen nicht in einen schwarzen Hintergrund stellt.

Sein soziales Engagement zeigte Didring jedoch nicht nur in seinen Werken, sondern er engagierte sich während des Ersten Weltkriegs auch beim Roten Kreuz, wobei hier seine organisatorische Fähigkeit seine Bedeutung zeigte. Nach dem Ende des Weltkriegs bereiste Didring mit seiner Frau zwei Jahre lang Frankreich, Deutschland, Italien und die Schweiz, die sich alle in einem desolaten Zustand befanden und vermutlich die negative Einstellung des Autors noch verstärkten.

Nach der Trilogie Grålögan kam im Jahre 1929 erschien von Ernst Didring nur noch ein einziges Werk von größerer Bedeutung, das Theaterstück Vilddjuret, in dem der Zuschauer zurück nach Lappland kehrt. Das Drama zeigt eines der kritischsten Bilder Nordschwedens, wobei sich hier das Leiden des Nordens mit jenem des Schriftstellers kreuzt.

Copyright: Herbert Kårlin