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23 november 2012

Thomas Brylla, Sport im Jugendbuch und im Kriminalroman

Thomas Brylla wurde am 17. Juli 1944 in Örebro geboren und starb am 22. November 2009 nach einer längeren Krankheit in Uppsala, wo er seit 1963 lebte und als Kulturjournalist, Bibliothekar und Schriftsteller arbeitete.

Nach Uppsala kam Thomas Brylla wegen seinem Studium an der dortigen Universität. Dass er dort blieb, lag  daran, dass er in der Stadt seine Ehefrau Eva kennen lernte und 1972 schließlich auch eine Stelle als Bibliothekar an der Bibliothek in Uppsala fand.


Das erste Buch von Thomas Brylla erschien im Jahre 1987 unter dem Titel Lexikon för livet und war im Prinzip kein literarisches Werk, sondern die Zusammenstellung von alten Ausdrücken und Sprichworten der Landwirtin Anna Carlsson, die sich im Alter von 100 Jahren noch an etwa 1800 um diese Zeit teilweise vergessene Ausdrücke und Sprichworte erinnerte und die Sigvard Cederroth für ethnologische Zwecke gesammelt hatte.

Erst im Jahre 1992 erschien dann das erste Jugendbuch Sikta mot stjärnorna von Thomas Brylla, ein Roman, der im Sportmilieu Uppsalas spielt und sportliches Training mit Ausscheidungen und erste Liebe mischt. Der Autor greift hier vor allem auf seine Erfahrung als Trainer im Langlauf für junge Mädchen zurück, eine Aktivität, die beachtliche Erfolge zeigte, denn einige der von ihm trainierten Sportlerinnen wurden selbst in der Nationalmannschaft aufgenommen.

Mit dem Buch Befriande Mord veröffentlicht Thomas Brylla dann seinen ersten Kriminalroman, der ebenfalls in Uppsala spielt und bei dem der Fall vom Rechtsanwalt Peter Bromander und dem Kommissar Staffan Öhm gelöst wird. Diese beiden Figuren tauchen in weiteren vier der insgesamt sechs Kriminalromane des Schriftstellers auf, wobei man auch bei den Krimis immer wieder den Trainer Brylla spüren kann für den Uppsala mit Jugend und sportlicher Leistung verbunden wird.

Obwohl die Jugendbücher und die Kriminalromane von Thomas Brylla mit mittlerem Erfolg bei größeren schwedischen Verlagen erschienen, entscheidet sich der Autor im September 2001 den Selbstverlag Bombus zu gründen in dem er allerdings nicht nur seine eigenen Werke veröffentlichen wollte, sondern insbesondere auch jene seiner Ehefrau Eva, die als Dozentin der Universität Uppsala Namensforschung betreibt. Die Produktion blieb allerdings bescheiden. Der Verlag wurde im Jahre 2010 von Eva Brylla übernommen.

Im Jahre 2009 erscheint mit Kvävande död der letzte Kriminalroman von Thomas Brylla, da der Autor plötzlich erkrankte und sich davon nicht mehr erholen konnte. Der Rechtsanwalt Peter Bromander klärt in diesem Werk den letzten Fall des Schriftstellers und führt den Leser auch ein letztes Mal durch die Straßen Uppsalas. Der Autor, der auch mehrere Sachbücher, zahlreiche Zeitungsartikel und Rezensionen geschrieben hat, starb mit 65 Jahren in Uppsala.

Copyright: Herbert Kårlin

13 september 2012

Gunder Andersson, ein linker Autor der Sport zu Literatur macht

Gunder Andersson wurde am 13. September 1943 im kleinen Dorf By im südöstlichen Dalarna geboren, einem Ort, der umgeben von einem Bergwerksgebiet ist, das jedoch den Ort nie berührte. In einem autobiographischen Beitrag in Dalkulan wundert sich der Autor, dass er keinerlei Erinnerungen und Bindungm mehr zu By hat ohne jedoch eine Antwort zu finden.

Neben seinen verschiedenen Tätigkeiten als Arbeiter besuchte Gunder Andersson das Abendgymnasium um anschließend die Revolte der 60er Jahre an der Universität zu erleben. Leider ist der Autor über diese Zeit und seinen konkreten Werdegang sehr verschwiegen, so dass seine Geschite eigentlich erst in den 70er Jahren beginnt.


Ende der 60er oder zu Beginn der 70er Jahre begann Gunder Andersson freiberuflich für mehrere Zeitungen zu schreiben, insbesondere über kulturelle Themen, auch wenn dabei immer eine gewisse Kritik zu finden war, weil sich Gunnar Andersson nicht der Norm der Zeit anpasste, sondern als Linker auch das linke elitäre Streben sowohl in Politik als auch dem kulturellen Leben kritisierte.

Als Gunder Andersson dann 1973 seine erste Novellensammlung Över skaklarna auf den Markt brachte, war deshalb auch die Kritik an der sozialdemokratischen Bewegung Schwedens im Vordergrund, denn im Laufe des Buches macht man eine Reise vom Volk zur Intelligenzia und entdeckt den Mangel an Kontakt mit den Arbeitern, der einsetzt sobald man eine bestimmt Stufe überschritten hat.

Die Bücher, die Gunder Andersson während der 70er Jahre veröffentlicht sind dann eine Mischung aus Roman, Sozialkritik und Humor, was dazu führt, dass sich Gunder der Schriftstellergruppe Fyrskrift anschließt, die zum Ziel hat die Arbeiterliteratur Schwedens zu modernisieren. In diesem Rahmen arbeitet er vor allem an den Anthologien Vägarbete von 1985 und Vägval von 1987 mit, ohne dass die Gruppe jedoch wirklich an Bedeutung gewinnt.

Parallel zu dieser Arbeiterliteratur beginn Gunder Andersson auch Gedicht über die Exklusion zu schreiben, schildert Menschen und Milieu aus Dalarna, bis er in den 90er Jahren einen völlig neuen Weg einschlägt, der ihm eine eigene Rolle innerhalb der schwedischen Literaturgeschichte gibt, denn der Autor beginnt Essais und Novellen zu schreiben in denen Sport das zentrale Thema ist, eine Entwicklung, die Gunder Andersson bis heute beibehält.

Zwei seiner Erzählungen aus den 90er Jahren wurden in Filme verwandelt. Nadja, der erste Film, handelt von einem 7-jährigen Mädchen, das am Meer in eine Schwimmschule geht, auch wenn sie überzeugt ist schwimmen zu können, denn sie hat die Technik im Trockenen gelernt. Als sie ihre Trockentechnik vor anderen vorführt, wird sie das Gespött der Gruppe.

Der zweite Film heißt Dubbel-8 und schildert die Träume von Jugendlichen, die auf dem Dorf aufwachsen und von ihren teils hochgesteckten Zielen träumen, Geschichte die sich noch heute in jedem schwedischen Dorf wiederholen.

Copyright: Herbert Kårlin