Visar inlägg med etikett Reisebeschreibung. Visa alla inlägg
Visar inlägg med etikett Reisebeschreibung. Visa alla inlägg

6 juni 2013

Nils Wilhelm Lundh, der Naturromantiker Skånes

Nils Wilhelm Lundh wurde am 14. Februar 1879 als Sohne des Bankdirektors Gustaf Fredrik Lundh und dessen Frau Wilhelmina Carolina Råbinsson in Malmö geboren und starb am 6. Juni 1953 im Alter von 74 Jahren in Stockholm. Lundh war ab 1908 mit der Sängerin Alice Harriet (Hetty) Meisner verheiratet.

Über Kindheit, Jugend und Ausbildung von Nils Wilhelm Lundh weiß man nahezu nichts und selbst die Bruchstücke, die man kennt, sind lückenhaft. Sicher ist lediglich, dass Lundh die Spyken, eine private Realschule in Lund, besuchte und zwischen 1899 und 1902 bei der staatlichen Eisenbahn SJ (Statens Järnvägar) angestellt war. Anschließend war Lundh hauptberuflich als Schriftsteller tätig.

Nils Wilhelm Lundh, En författares resa. Kring Italien, Lindblads, 1924

Der Durchbruch als Schriftsteller kam für Nils Wilhelm Lundt bereits mit seinem ersten Buch Hvita kyrkans by, drei Erzählungen aus Skåne in denen die Landschaft der Region die wichtigste Rolle spielt. Der Autor kehrt dabei in die Landschaft seiner Jugend zurück, ein Thema, das er auch später immer wieder aufnehmen wird. Gleichzeitig mit der Erscheinung seines nächsten größeren Werkes Berättelse från Ödestrand im  Jahre 1905 erhält Lundh ein Stipendium von der Albert Bonnier Stiftung, das ihm ermöglicht sich ohne finanzielle Probleme auf das Schreiben zu stürzen.

Dass sich Nils Wilhelm Lundh so früh entschied ganz auf die Schriftstellerei zu setzen, hing sicher auch mit einem Brief von Verner von Heidenstam zusammen, denn Lundh hatte dem damals bereits bekannten Dichter, der ebenfalls bei Bonniers unter Vertrag war, sein Erstlingswerk zur Begutachtung geschickt und war von diesem ermuntert und gelobt worden.

Der Stil im ersten Buch Nils Wilhelm Lundhs wirkt noch zaghaft und gleicht in vielen Punkten jenem von Selma Lagerlöf, deren Art zu schreiben der Autor bewundert und nachahmt. Später behält er die Romantik von Lagerlöf und Heidenstam, aber er befreit sich von deren Einflüsse und findet seinen persönlichen Weg, was seine Naturschilderungen weitaus lebhafter und bildlicher macht und dem Leser ermöglicht selbst den Jahreszeiten der Natur gefühlsmäßig zu folgen.

Mit den folgenden Büchern verändert sich jedoch nicht nur der Stil von Nils Wilhelm Lundh, sondern er bettet in seine Naturbeschreibungen immer mehr Außenseiter der Gesellschaft ein, was sich insbesondere bei seinen Romanen Bleik aus dem Jahre 1911 und Eusebia aus dem Jahre 1916 sehr deutlich zeigt. Der Schriftsteller setzt in eine den Naturgewalten ausgesetzte Natur die entsprechenden Personen, die alle in gewisser Weise am Rande der Gesellschaft existieren. Einige dieser Züge findet man auch beim Autor selbst, der die Gesellschaft weitgehend meidet und ein ausgeprägter Individualist ist, der sich in der Einsamkeit der Natur am wohlsten fühlt.

Die Romane von Nils Wilhelm Lundh spielen jedoch nicht nur in Schweden, denn jeder Ort, den er besucht inspiriert ihn, vor allem wenn er dort, wie zum Beispiel am Vesuv, kräftige Naturgewalten vorfindet. Aber auch dann bleibt Lundh noch ein Romantiker, der hinter den Felsen und in den Wurzeln der Bäume die Zauberwesen und Trolle sucht, eine Mischung, die viele Leser erstaunt.

Durch den Mangel an tieferen Kontakten mit anderen Autoren, trotz seiner mehrjährigen Tätigkeit als Sekretär in Sveriges författareforening, und einem nahezu isolierten Leben, entwickelt Nils Wilhelm Lundh einen eigenen Stil, eine eigene Welt und seine Werke können mit keinem anderen Autor Schwedens verglichen werden, was sich jedoch nicht als Vorteil auswirkt, denn innerhalb der akademischen Literaturgeschichte Schwedens wird Lundh nur sehr selten genannt, ein Schicksal, das er mit sehr vielen anderen Schriftstellern des Landes teilt.

Auch wenn man Nils Wilhelm Lundh in erster Linie mit romantischen Naturromanen verbindet, so veröffentlichte er auch Reisebücher, vor allem über Italien und Nordafrika, und er schrieb eine größere Anzahl an Schauspielen. Sein bekanntestes Werk für das Theater war Ljunghuset, das 1918 Premiere hatte.

Erstaunlicherweise endet die literarische Aktivität von Nils Wilhelm Lundh mit seinen beiden Bänden En författares resa im Jahre 1924 auf abrupte Weise, zu einer Zeit, als der Schriftsteller ein Unternehmen gründete. Dieser Einschnitt war auch die Ursache dafür, dass der Schriftsteller selbst bei den treuesten Lesern bald in Vergessenheit geraten war.

Copyright: Herbert Kårlin

22 februari 2013

Christina Charlotta Cederström, eine unveröffentlichte Dichterin

Christina Charlotta Cederström, geborene Mörner af Morlanda, wurde am 2. März 1760 als Tochter des Oberstleutnants Graf Karl Gustav Mörner af Morlanda und dessen Frau Sofia Elisabet Steuch auf Gut Gåvetorp in Halmstad geboren und starb am 22. Februar 1832 im Alter von 72 Jahren in Benestad bei Alvesta. Cederström war in erster Ehe mit dem Freiherrn und Major Axel Ture Gyllenkrok verheiratet und in zweiter Ehe mit Freiherrn Bror Cederström.

Ihre Kindheit und Jugend verbrachte Christina Charlotta Cederström überwiegend beim Großvater mütterlicherseits, wo sie auch ihre Ausbildung erhielt und Dichtung kennenlernte. Ihre Ausbildung zielte darauf, dass sie an den Hof des Königs Gustav III. kommen sollte, was auch ihr Wunsch war. Ob Cederström eine Zeit lang am königlichen Hof verbrachte, ist umstritten, aber möglich. Als 20-jährige heirate sie auf dem Gut der Großmutter den Freiherr Axel Gyllenkrok, den Sohn eines der reichsten und einflussreichsten Personen Skånes und zog auf das Gut Gyllenkroks.


Ölgemälde von K. F. von Breda, 1804
Schwedisches Reichsarchiv

Nach der Ehe landete Christina Charlotta Cederström auf dem Lande ohne irgendwelche Beschäftigung und gesellschaftliche Kontakte, was sie nicht nur in eine Phase der Tristheit und Nostalgie führte, sondern auch dazu, dass sie eine künstlerische Beschäftigung suchte und dabei zum Schreiben und Malen fand.

Wie viel Christina Charlotta Cederström während der knapp 20 Jahre in Björnstorp schrieb, der Zeit, die sie auf dem Lande verbrachte, ist unbekannt, da die Autorin nie ein gesamtes Werk selbst veröffentlichte und daher nur Manuskripte überliefert wurden, die einen Eindruck über ihr Schaffen vermitteln. Unter diesen Manuskripten findet man zahlreiche Gedichte und einen Roman, der ohne Titel blieb, und im Stil von Jean-Jacques Rousseau geschrieben ist, was darauf schließen lässt, dass Cederström sehr belesen war und dem damaligen Trend zur französischen Kultur folgte. Die überlieferten Handschriften von Gedichten aus den Jahren 1789/90 vermitteln eine sentimentale und melancholische Stimmung. Auch wenn sie gut formuliert sind, so fehlt der Lyrik jedoch die Persönlichkeit, die ein literarisches Werk mit sich führen muss.

Die Ehe von Christina Charlotta Cederström war von Beginn an schlecht, ging aber nach etwa zehn Jahre Gemeinschaft bereits vollkommen zu Ende, wobei sich Cederström schon 1792 in ihren zweiten Mann verliebte und ihr Ehemann zudem häufig fremd ging. Aus der anfänglichen engen Freundschaft zu Bror Cederström wurde, nach der Scheidung vom ersten Ehemann, im Jahre 1800 die zweite Ehe der Künstlerin und sie zog in das Zentrum des kulturellen Lebens, nach Stockholm.

In Stockholm wird Christina Charlotta Cederström vor allem für ihre Malerei und ihre satirischen Zeichnungen gelobt und 1803 wird sie Ehrenmitglied der schwedischen und der französischen Kunstakademie. Ihre Gedichte nehmen eine optimistischen Stil an und schildern vor allem die Idylle der Natur. Cederström schreibt in diesen Jahren jedoch auch einige nachdenklichen Gedichte, wobei ihre Werke, die in Stockholm entstehen, weitaus reifer sind als jene der Anfangszeit. Ob Cederström, wie in der Kunst, wirklich als schwedische Literatur zu bezeichnen sind, darüber konnten sich Literaturwissenschaftler bis heute nicht einigen.

Warum Christina Charlotta Cederström dennoch in die schwedische Literaturgeschichte eingingt, liegt vor allem daran, dass sei, wenn auch in einer geringeren Auswirkung als Malla Silfverstolpe, die künstlerische und literarische Welt in Form eines Solons um sich scharte. Nicht nur, dass dadurch auch ihre eigenen Gedichte weitere Kreise ansprachen, sonder es verkehrte auch Olof Åhlström regelmäßig in ihrem Haus, einer der bedeutendsten Komponisten dieser Zeit. Åhlström war von einigen der Gedichte Cederströms so angetan, dass er sie vertonte und dadurch der Nachwelt überlieferte. Auch Cederström selbst versuchte sich in der Vertonung einiger Gedichte, was jedoch nur die bestmögliche Leistung eines Amateurs wurde.

Nach 1812 wurden kaum noch Gedichte von Christina Charlotta Cederström gefunden, jedoch noch eine Reiseschilderung aus dem Jahre 1818, die ihre Stärke darin zeigt, dass Cederström die geschichtlichen Elemente mit in das Werk einfließen ließ. Da sich die Autorin und Künstlerin ihr Leben lang intensiv für Geschichte interessierte, schuf sie damit auch eine gewisses Zeitdokument, das leider nur teilweise in Zeitschriften veröffentlicht wurde.

Als ihr Ehemann in politische Ungnade gefallen war und das Ehepaar nach Oby und Växjö zog, verringern sich die gesellschaftlichen Kontakte und das Schaffen von Christina Charlotta Cederström geht dem Ende entgegen. Aus der Zeit nach 1816, als ihr Mann starb, gibt es, ausser den Reisebeschreibungen, keine Aufzeichnungen der Autorin mehr, auch wenn unwahrscheinlich ist, dass sie nach dieser Zeit keinerlei künstlerischen oder literarischen Aktivität mehr nachging.

Copyright: Herbert Kårlin