Visar inlägg med etikett Prediger. Visa alla inlägg
Visar inlägg med etikett Prediger. Visa alla inlägg

9 juli 2013

Johan Henrik Thomander und die Kirchengeschichte Schwedens

Johan Henrik Thomander wurde am 16. Juni 1798 wurde als außerehelicher Sohn des Priesters Albrecht Johan Pisarski und Maria Sophia Thomaeus in Fjälkinge bei Kristianstad geboren und starb am 9. Juli 1865 im Alter von 67 Jahren in Lund. Thomander war ab 1834 mit Emilia Katarina Meyer verheiratet.

Seine Kindheit verbrachte Johan Henrik Thomander überwiegend bei seinen Großeltern mütterlicherseits, dort wo der Schriftsteller auch geboren war, da sein Vater dort die Tochter des Prosten getroffen hatte, die jedoch später einen Arbeiter heiratete.


Bereits mit 14 Jahren und nach dem Besuch der Karlshamns Skola begann Johan Henrik Thomander ein Philosophiestudium in Lund, das er jedoch, aus Geldmangel, bereits 1814 wieder abbrechen musste. Im gleichen Jahr wurde er Lehrer in Karlshamn. In seiner Freizeit bereitete sich Thomander dann auf das Priesterexamen vor, das er 1821 auch ablegte und dem die Priesterweihe folgte. Anschließend arbeitete der Schriftsteller erst als Prediger, 1826 wurde er Dozent am theologischen Seminar in Lund, 1831 wurde er dort Adjunkt in Theologie und 1833 wurde er im gleichen Bereich zum Professor ernannt.

Noch bevor Johan Henrik Thomander eigene literarische Werke veröffentlichte, hatte er sich bereits einen Ruf als Übersetzer gemacht, denn ab 1825 übersetzte er einige Werke von William Shakespeare, denen Übersetzungen von Aristophanes, Lord Byron und Voltaire (François-Marie Arouet) folgten. Einige der Übersetzungen wurden allerdings erst sehr spät in seinem Leben veröffentlicht.

Die literarische Karriere von Johan Henrik Thomander setzte im Jahre 1826 mit seiner Abhandlung De antichristo primae ecclesiae ein, dem dann die Theologisk quartalskrift folgte, die Thomander gemeinsam mit Henrik Reuterdahl veröffentlichte, eine Reihe, die eines der bedeutendsten Werke der schwedischen Religionsgeschichte ist. Die Beiträge von Thomander betreffen hier vor allem die Geschichte und die Entwicklung der Predigt in der protestantischen Kirche, ein Bereich, der nur von wenigen religiösen Autoren in dieser Tiefe behandelt wurde.

Im Jahre 1835 wollte Johan Henrik Thomander das Neue Testament revidieren um damit gegen die Tendenz der Bibelkommission anzugehen, was jedoch nicht gelang, da Thomander mit zu den konservativsten Religionskritikern jener Zeit gehörte, der zudem den Drang hatte seine eigene Meinung in möglichst jedem Punkt durchzusetzen, was ihn auch dazu brachte sich politisch zu betätigen.

Als sich gegen 1830 die Gruppen der Antialkoholiker unter den Priestern Schwedens entwickelte, schloss sich Johan Henrik Thomander unmittelbar der Gruppe um Peter Wieselgren und Paul Gabriel Ahnfelt an und wurde innerhalb zahlreicher Vereine gegen den Alkoholmissbrauch aktiv, was als gewisses Zeichen einer liberaleren Einstellung des Priesters und Schriftstellers gewertet wird.

Um gegen die Strömungen der aufkommenden Erwecker anzugehen, verfasste Johan Henrik Thomander im Jahre 1838 einen Katechismus und bearbeitete 1849, dieses Mal gemeinsam mit Wieselgren, das Wallinska Psalmenbuch, die einen bedeutenden Einfluss auf die Denkweise jener Zeit hatten, da diese beiden Werke die einzigen waren, die nahezu jeder Schwede kannte.

Das bedeutendste Werk von Johan Henrik Thomander sind indes seine zweibändigen Predigten, auch wenn diese bei weitem nicht seine Stärke als Redner zeigen. Diese Predigten wurden jedoch nicht nur von vielen Priestern Schwedens zu Rate gezogen, sondern sie wurden auch ins Dänische übersetzt. Das Besondere dieser Predigten ist, dass sie nicht nur auf den konservativen Protestantismus aufbauen, sondern auch eine Ironie und einen Humor ausdrücken, zwei Eigenschaften, die von den Gläubigen extrem geschätzt wurden.

Johan Henrik Thomander hatte das Glück in eine Zeit des religiösen Umbruchs zu geraten und dabei eine führende Rolle zu spielen. Seine Schriften sind daher ein Zeitdokument, das den Kampf zwischen der Erweckungsbewegung und der Svenska Kyrkan zeigt bei der sich die Svenska Kyrkan, zum Teil dank Thomander, behaupten konnte. Seine Gedanken zu dieser Entwicklung veröffentlichte er in seinem Werk Om svenska kyrkans och skolans angelägenheter.

Johan Henrik Thomander erhielt 1849 für seine Sammlung an Predigten den großen Preis der Svenska Akademien und wurde im Jahre 1855 auch als Nachfolger von Per Daniel Amadeus Atterbom in die Akademie gewählt, wo er auf dem Stuhl Nummer 18 Platz nahm.

Die Töchter Thomanders stifteten nach dem Tod des Vaters der Universität Lund ein Haus, das für Studentenwohnungen verwendet werden musste. Dieses Wohnheim existiert noch heute unter dem Namen Johan Henrik Thomanders studenthem.

Copyright: Herbert Kårlin

9 mars 2013

Natanael Beskow, ein Dichter moderner Psalmen

Natanael Beskow wurde am 9. März 1865 als Sohn des Priesters Johan Fredrik Bernhard Beskow und dessen Frau Karin Charlotta Emerentia Dahl im Gut Rispetorp in Hallingeberg im Småland geboren und starb am 8. Oktober 1953 in Danderyd bei Stockholm. Beskow war mit Elsa Maartman verheiratet.

Über die Kindheit von Natanael Beskow ist kaum etwas bekannt, so dass sein Lebenslauf erst mit dem Besuch der von Gustaf Emanuel Beskow gegründeten Beskow-Privatschule beginnt, in der der Autor im Jahre 1883 auch die Hochschulreife ablegte. Noch im Herbst des gleichen Jahres schrieb er sich an der Universität Uppsala ein.


Foto: Beskow-Gesellschaft

Sehr früh hatte sich Natanael Beskow mit der Philosophie von Sören Kierkegaard, Carl Pontus Wikner und Waldemar Rudin beschäftigt, was ihn darin bestärkte, dass seine Lebensaufgabe die Missionierung des Volkes sei. Da er aus diesem Grunde nur Priester und Missionar als seine Berufsmöglichkeiten sah, begann er in Uppsala auch Theologie und Philosophie zu studieren.

Während des Studiums kamen ihm Zweifel an seiner Entscheidung und Natanael Beskow begann ein Studium an der Kunstakademie in Stockholm, das er jedoch nicht beendete, sondern er kehrte nach einiger Zeit zurück an die theologische Fakultät der Universität Uppsala. Dort legte er sowohl das theologische als auch das praktische Examen ab, entschied sich jedoch gegen die Priesterweihe, da seine persönliche Meinung nicht der Lehre der Svenska Kyrkan entsprach.

Diese letztere Entscheidung verhinderte jedoch, dass Natanael Beskow Missionar oder Priester werden konnte. Die Alternative war nur der Schuldienst und die Arbeit als Prediger. Sehr bald wurde Beskow Rektor an der Djursholm Samskola und zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte er sich zu einer der wichtigsten Personen der schulischen und der religiösen Bildung Stockholms. Mit seiner Stiftung Birkagården gründete Beskow auch die erste Volkshochschule Schwedens.

Natanael Beskow hat seinen Wunsch der Missionierung jedoch nie verloren, was sich nicht nur in seinen Predigen zeigt, sondern auch seinen zahlreichen Schriften, die er im Laufe der Jahre verfasst. Seine große Gabe war dabei mit einfachen Worten zu arbeiten und einen einfachen Stil zu benutzen, damit sich die Zuhörer und Leser die Kernpunkte seiner Ideen leicht merken können. Diese Gabe führt auch dazu, dass Beskow im Jahre 1919 ins Komitee gewählt wird, das ein neues christliches Gesangsbuch herausgibt und sein Vorschlag zu einem Nachtrag des Psalmenbuches von 1819 ernst genommen wird und einige seiner Psalmen auch in der offiziellen Version der Svenska Kyrkan aufgenommen wurden.

Bei den Werken von Natanael Beskow handelt es sich ausschließlich um religiöse Werke, die der Denkweise der anglikanischen Kirche nahe kommen und in bedeutender Weise das religiöse Denken zu Beginn des 20. Jahrhunderts beeinflussten. Einige der Veröffentlichungen werden mehr als Literatur gewertet und weniger der Religion zugeordnet, auch wenn die Themen der christlichen Religion angehören. Einer der Gründe dafür ist sicher, dass für Beskow die Sprache und der Stil sehr wichtig waren und die Schriften von einer sehr breiten Schicht an Lesern geradezu verschlungen wurden, da er das Leben von Jesus spannend gestalten konnte und der Religion, wo immer möglich, einen zeitnahen Bezug gab.

Der Erfolg von Natanael Beskow lag jedoch auch daran, dass er sich nicht nur auf Unterricht und religiöse Schriften beschränkte, sondern gleichzeitig das Tagesgeschehen verfolgte und einzelne Gruppen von Aktivisten und fortschrittliche Ideen förderte. Beskow setzte sich für das Wahlrecht der Frauen ein und zeigte sich in gesamter Linie als Pazifist. Der Schriftsteller leistete einen bedeutenden Beitrag zur Bildung der Frauen Schwedens und er war einer der ersten Schweden, die auf die schwierige Situation und die Verfolgung der Armenier aufmerksam machte und dabei von Völkermord sprach.

Natanael Beskow gehört zu den wenigen Personen, die in jüngerer Zeit mit religiöser Literatur in die schwedische Literaturgeschichte eingingen, denn seine wenigen nicht-religiösen Gedichte sind geradezu zu vernachlässigen. Der Schriftsteller verband dadurch die konservative christliche Literatur Schwedens mit der Zeitgeschichte des 20. Jahrhunderts. Seine Bedeutung zeigt sich auch darin, dass Natanael Beskow 1947 zum Friedensnobelpreis nominiert wurde. Auch wenn er den Preis letztendlich nicht erhielt, so wurden seine Ideen dadurch auf ein Niveau gesetzt, das weit über dem Gedanken einer Freikirche steht.

Bereits im Jahre 1918 war Natanael Beskow für seine Leistungen die Ehrendoktorwürde der Universität Lund verliehen worden.

Copyright: Herbert Kårlin