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9 november 2012

Stieg Larsson, der Erfolg kam nach seinem Tod

Stieg Larsson wurde am 15. August 1954 als Karl Stig-Erland Larsson in Skelleftehamn in Västerbotten geboren und starb am 9. November 2004 in Stockholm an einem Herzinfarkt. Da die Eltern Stig (der zu Stieg wurde) bekamen als sie selbst noch fast Kinder waren und nicht für ihn sorgen konnten, wuchs der Junge bei seinen Großeltern auf und kam erst mit neun Jahren und nach dem Tode des Großvaters zu seinen Eltern, die um diese Zeit in Umeå lebten.

Nach Eva Gabrielsson kam die extrem linke Einstellung Stieg Larssons bereits von seinem Großvater, Severin Boström, der wegen seinen Ansichten als Antinazist im Zweiten Weltkrieg ins  Arbeitslager gesteckt wurde, ein Erlebnis, dass er seinem Enkel so gut schilderte, dass dieser sich bereits in den jüngsten Jahren für die Demokratie und gegen jede extrem rechte Bewegungen einsetzte.


In Umeå schloss sich Stieg Larsson den linken Gruppierungen an, wo er als 18-jähriger auch seine spätere Partnerin Eva Gabrielsson kennen lernte mit der er sein Leben bis zum Tod teilte. Der Schriftsteller und Journalist arbeitete ab den 70er Jahren für linksextreme Zeitungen und Zeitschriften, begann 1977 für das schwedische Nachrichtenbüro TT (Tidningarnas Telegrambyrå) zu arbeiten, war ab 1982 zusätzlich Skandinavien-Korrespondent für die britische antifaschistische Zeitung Searchlight und gründete 1995 die Stiftung Expo, die zu Beginn noch Hill-stiftelse hieß. Ab 1999 war Stieg Larsson dann Chefredakteur der Zeitschrift Expo, die von der Stiftung herausgegeben wird.

Während Stieg Larsson für Expo arbeitete, veröffentlichte er, in Kollaboration mit anderen Autoren, mehrere politische Bücher, die jedoch nach der „Millenium-Trilogie“ nahezu in Vergessenheit geraten sind, obwohl der aufmerksame Leser auch in der Trilogie die politische Nachricht des Autors deutlich lesen kann.

Auch wenn man heute immer von der „Millenium-Trilogie“ spricht, so darf man nicht vergessen, dass Stieg Larsson nicht drei Bücher plante, sondern zehn, wobei er den Stoff von fünf Büchern bereits im Kopf hatte und mit Eva Garielsson diskutierte und vom vierten Buch bereits etwa 200 Seiten existieren. Wer daher das Werk als abgeschlossen betrachtet, hat Stieg Larsson nicht verstanden, sondern ist ein Opfer der kommerziellen Werbetrommel geworden.

Dass die Millenium-Serie überhaupt veröffentlicht wurde, verdankt man im Grunde seiner Partnerin, denn Stieg Larsson begann das erste Buch bereits 2001 und schickte es an den Pirat-Verlag, der zwei Jahre zuvor von Liza Marklund, Jan Guillou und Ann-Marie Skarp gegründet worden war. Das Manuskript kam ungeöffnet zurück und auch als Eva Gabrielsson es persönlich dort nochmals persönlich abgab, so fand sich dort niemand, der das Meisterwerk überhaupt lesen wollte. Stieg Larsson machte sich daher keine Mühe mehr einen Verleger zu finden, schrieb aber weitere zweieinhalb Bücher bevor er plötzlich starb.

Aber nicht nur seine Lebensgefährtin Eva Gabrielsson war von seinem Werk überzeugt und versuchte Verlage vom Inhalt zu überzeugen, sondern auch Robert Aschberg mit dem Stieg Larsson über sein Projekt sprach. Dieser bat die Redaktion von Norstedts das Manuskript zu lesen und der Verlag erkannte unmittelbar den Wert des Werkes, was sich allein am Vorschuss ausdrückte, den der Verleger an Stieg Larsson zahlte. Leider erlebte der Schriftsteller nicht einmal die Veröffentlichung des ersten Bandes Män som hatar kvinnor, der erst fast ein Jahr nach seinem Tod erschien.

Da Stieg Larsson und Eva Gabrielsson zwar ein festes Paar waren, jedoch ohne Trauschein, profitierte sie nicht von einem einzigen verkauften Buch, denn der Vater und der Bruder des Schriftstellers erbten die millionenschweren Rechte, die sie auch gerichtlich durchkämpften, was selbst soweit geht, dass die beiden nun ein immerwährendes ideales Verhältnis zu Stieg Larsson zeigen, auch wenn Stieg die ersten neun Jahre seines Lebens ohne Eltern auskommen musste und mit 16 von zu Hause auszog, weil er keine Familienzusammengehörigkeit und Familienliebe spürte. 

Über die Presse boten die Erben Eva Gabrielsson einen Platz in der Firma an, die die Buchrechte vertritt, was diese jedoch ablehnte, da sie mit einem Drittel des Stimmrechts ohnehin nicht die wahren Rechte ihres Partners vertreten konnte, sondern bei jeder Entscheidung von den juristischen Erben überstimmt werden konnte.

Im Jahre 2008 fand man auch ein Testament des Schriftstellers das dieser 1977 ausgestellt hatte. Nach diesem Testament vermachte er alle seine zukünftigen Einnahmen dem Kommunistischen Arbeiterverband in Umeå. Aber auch dieses Testament wurde für ungültig erklärt, weil Stieg Larsson keine Zeugen unterschreiben lassen hatte. Sämtliche Millionen aus den Rechten gehen daher vermutlich an zwei Personen an die sie der Schriftsteller auf keinen Fall geben wollte, aber der plötzliche Tod änderte alle seine Pläne und zerstörte auch einen wichtigen Teil seiner Ideologie.

Auch über den Tod Stieg Larssons wird heute noch viel spekuliert, wobei der Herzinfarkt vermutlich allein darauf zurückzuführen ist, dass der Autor ein ungesundes Leben führte und, nach seinen eigenen Aussagen, 200 Tassen Kaffee am Tag trank, dazu 200 selbstgedrehte Zigaretten rauchte und dabei ein halbes Baguette mit Käse und Bananenscheiben aß.

Copyright: Herbert Kårlin

24 oktober 2012

Lars Widding, der Vielschreiber des 20. Jahrhunderts

Lars Widding wurde am 31. Oktober 1924 in Umeå geboren und er starb am 3. März 1994 in Stockholm. Der Autor wuchs in Umeå auf, wo sein Vater als Rechtsberater arbeitete. Nach der Hochschulreife in seinem Heimatort, ging Widding nach Stockholm um dort zwischen 1946 und 1950 an der Universität zu studieren.

Lars Widding, der seinen Arbeitgebern immer die Treue hielt, hatte im Privatleben etwas weniger Beständigkeit, denn er war dreimal verheiratet. Die erste Ehe mit Ulla Fredriksson, die er noch Student einging, dauerte von 1947 bis 1970. Zwischen 1975 und 1987 war er dann mit der Kulturanthropologin Anita Jacobson verheiratet und zwischen 1987 bis zu seinem Tod im Jahre 1994 mit der Schauspielerin Fillie Elsava Lyckow.


Unmittelbar nach seinem Studium begann Lars Widding beim Expressen zu arbeiten, eine Tätigkeit, die er, neben seiner Arbeit als Schriftsteller, bis 1985 fortsetzte. Mit Ausnahme seiner ersten drei Bücher, die die Jugend des Schriftstellers zum Thema haben, seiner Autobiografie Min historia und seiner Kleinstadtchronik Pigan och härligheten, die in vier Bänden das Umeå seiner Jugend zum Thema haben, arbeitete Lars Widding nahezu ausschließlich mit geschichtlichen Themen.

Seinen literarischen Durchbruch hatte Lars Widding mit dem Buch Årstafrun, eine dreiteilige Romansuite, die er zwischen 1964 und 1966 veröffentlichte und die auf die 25 Bände des „Årstafruns dagbok“ aufbauen, also die Tagebücher von Märta Helena Reenstierna, die täglich einen Eintrag in ihr Tagebuch machte und dabei die gesamte Schicht Stockholms von ihrer Warte aus beschreibt, angefangen von den einfachsten Dienern bis zum Adel, der in den verschiedenen Salons verkehrte.

Bereits in diesem Buch, einem von über 50 Werken, die Lars Widding im Laufe seines Lebens schrieb, zeigt sich die Stärke des Schriftstellers, denn er kann geschichtliche Ereignisse so verarbeiten, dass sie spannend werden und nicht mehr als reine Geschichte aufgefasst werden. Lars Widding hält sich dabei an tatsächliche Ereignisse und taucht bei Årstafrun sogar nur als Erzähler der Geschichte auf, aber er gibt den Tagebüchern Leben.

Mehrmals verfügt Lars Widding über so viel Stoff, dass er aus einem Thema mehrere Romane macht. Eines dieser Beispiele ist die Karolinersviten in der er die schwedischen Soldaten und ihr Leben unter den Königen Karl XI. und Karl XII. zum Leben erweckt, die Infanterie, die durch ihre blauen Uniformen mit goldenen Umschlägen in vielen Museen des Landes den historischen schwedischen Soldaten als solches darstellen.

Lars Widding gilt als einer der produktivsten schwedischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts, der außer seiner Tätigkeit als Journalist beim Expressen und der Redaktion seiner über 50 Romane zusätzlich 13 Filmmanuskripte schrieb und ständig Aufträge von Radio und Fernsehen übernahm. Einige seiner Bücher wurden in andere nordische Sprachen und ins Englische übersetzt.

Copyright: Herbert Kårlin